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“Wir haben es satt” – Demo in Berlin

Jan 23, 13 • Aktionen, VeranstaltungenKommentare deaktiviertRead More »

Bei eisigen Temperaturen von -8°C setzt mensch sich gerne mit einem warmen Getränk vor die hauseigene Heizung und verbringt dort den Tag. Oder geht demonstrieren. Zum Glück entschieden sich vergangenen Samstag mehrere tausend Menschen für zweiteres und nahmen an der Demo „Wir haben es satt“ in Berlin teil. Die mehr als 25.000 TeilnehmerInnen sprachen sich für Reformen in der Agrarpolitik aus.

Da wollten wir von der Berliner Veggietag-Initiative nicht fehlen. Mit Thermoskanne und Unterhose ausgestattet zogen wir zwischen Traktoren, Imkern und dem Grunzmobil der Albert-Schweitzer-Stiftung vom Hauptbahnhof ins Regierungsviertel. Erfreulicherweise kreuzten zahlreiche Freunde, z.B. von Greenpeace oder dem Vebu Deutschland, unseren Weg. Auch ehemalige MitstreiterInnen trafen wir wieder. Protest vernetzt eben!

Das zeigte vor allem das enorme Bündnis aus mehr als 50 Organisationen, die das Ereignis organisierten und förderten. Nicht nur die „Großen“ wie der BUND, NABU oder Bündnis90/Die Grünen waren vor Ort. Auch viele kleine Organisationen und vor allem zahlreiche Sympathisanten verliehen der Forderung nach einer bäuerlichen Landwirtschaft ein enormes Gewicht.

Was denn überhaupt „bäuerliche Landwirtschaft“ sei, wurden wir unterwegs gefragt. Abgrenzend zur industriellen Landwirtschaft soll – so eine Forderung – endlich wieder der Bauer statt der Profit, das Tier anstelle der Produktivität im Vordergrund stehen. Konkret bedeutet das unter Anderem: Keine Massentierhaltung, kein Pestizideinsatz, faire Preise für Bauern und Subventionen an den richtigen Stellen.

Während wir der Kälte trotzten, kam Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) auf dem „Global Forum for Food and Agriculture“ (GFFA) mit 80 weiteren AgrarministerInnen zusammen. In den nächsten 40 Jahren müssen doppelt so viele Lebensmittel produziert werden, wenn alle Menschen satt werden sollen. Davon geht die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO aus. Zeitgleich verteidigte die Deutsche Bank ihre Finanzspekulationen auf dem Nahrungsmittelmarkt und kündigte an, weiterhin in diesem Sektor aktiv zu bleiben. Nahrungsmittelspekulationen gelten unter nahezu allen gängigen Experten als ein Beförderer des weltweiten Hungers. Klar ist: So wie es ist, kann es nicht weiter gehen.

Es gibt noch viel zu tun für die Politik, um endgültig eine sozial und ethisch gerechte Landwirtschaft zu unterstützen. Daran ändert auch nichts, dass wir nach Meinung von Frau Aigner „bei der Ökologisierung der Landwirtschaft weiter als die meisten Staaten Europas sind“. Wir als Verbraucher, die Bauern und die Tiere benötigen mehr als eine Politik, der es reicht, als Einäugiger unter den Blinden zu wandeln. Es gilt, beide Augen für die Belange der Betroffenen zu öffnen!

Der Samstag brachte uns noch eine wichtige Erkenntnis:
Protest macht auch bei Minusgraden Spaß!

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